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PE Kölner Westen

Heilig-Geist-Kirche Heilig-Geist-Kirche

Heilig-Geist-Kirche

Bunzlauer Straße 25
50858 Köln-Weiden

Die heutige Pfarrgemeinde St. Marien gehörte um die Jahrhundertwende zur Kirchengemeinde Lövenich. Bei einer Volkszählung im Jahre 1905 wurden 2.421 Katholiken erfasst. Im März 1913 wurden allein in Weiden-Uesdorf 1.716 Katholiken gezählt. Diese Zahlen deuteten an, dass die Pfarrkirche in Lövenich bald zu klein werden würde, und so wurde bei den im Ortsteil Weiden wohnenden Pfarrangehörigen der Wunsch nach einer eigenen Kirche geweckt. Im Dezember 1903 wurde der St. Marien Kirchbauverein zu Weiden gegründet.

Am 3. September 1927 wurde das Rektorat Weiden als besonderer Seelsorgebereich in der Katholischen Pfarrgemeinde zu Lövenich errichtet. Die Erhebung zur Pfarre erfolgte am 1.6.1930.

Am 1. Januar 1948 wird St. Marien Rektoratspfarre. Pfarrer Albert Kindle wird als Rektoratspfarrer eingeführt. Sein Nachfolger wird 1959 Pfarrer Dagobert Sommer.

Im vollen Sinne Pfarre wird die Katholische Kirchengemeinde St. Marien am 15.9.1963.

Der zunächst angesichts der wirtschaftlichen Gegebenheiten als Notkirche konzipierte Kirchenneubau in der Goethestraße 48 wurde am 2. Oktober 1927 von Dechant Mertens aus Stommeln benediziert. Kriegsschäden mussten 1947 beseitigt werden, eine vollständige Renovierung erfolgte 1966/67 nach dem II. vatikanischen Konzil.

Die heutige Farbgebung erhielt die Kirche 1993/94.

Die stark anwachsende Einwohnerzahl Ende der 60er Jahre ließ die ja ursprünglich nur als Notkirche errichtete Marienkirche bald zu klein werden. Die Einwohnerzahl von 3500 im Jahr 1959 wuchs bis 1970 sprunghaft auf 6.000. Der Bau einer neuen Pfarrkirche wurde beschlossen.

Nach dem Kauf des Grundstücks an der Bunzlauer Straße konnte im Januar 1966 mit dem Bau der neuen Kirche begonnen werden. Sie wurde am 17.9.1972 durch den Kölner Weihbischof Dr. Augustinus Frotz konsekriert.

Der mit Ziegeln verkleidete, in Beton gegossene Kirchenbau steht frei inmitten einer parkähnlichen Anlage. Respektvoll, aber auch um die Kirche als Solitär zur Wirkung zu bringen, halten die Bauten des Pfarrzentrums Abstand zu ihr. Mit ihrem markanten Turm behauptet sie sich gegen die vielgeschossige jüngere Nachbarbebauung, die sich von Westen dicht an die Kirche herandrängt.

Am Außenbau sind die Baukörper, die den Kernbau bilden, an den unterschiedlichen Dachneigungen ablesbar. Der Doppelkörper, der den Raum der Gemeinde birgt, macht durch seine Pultdächer, die sich voneinander abspreizen, auf sich aufmerksam. Aus dem südlichen der beiden Pultdächer entwickelt sich das horizontal geführte Chordach. Damit ist der Kernbau nicht nur durch den mehrfachen Richtungswechsel seiner Umfassungswand gekennzeichnet, sondern auch durch die unterschiedlichen Neigungswinkel seiner Dachflächen. Um die innere Zugehörigkeit sichtbar zu machen, setzt sich das Spiel der Dachneigungen sowohl am Glockenturm als auch an dem kleinen Treppenturm fort.

Der breite und niedrige Eingang mit dem vierflügeligen Bronzeportal führt unter die quer vor die Eingangswand gespannte, von vier schlanken Pfeilern gestützte Orgel- und Sängerempore. Der niedrige Raum unter der Empore dient als Vorhalle, von der aus die kleine Turmkapelle an der West- und die große Taufkapelle an der Ostseite zu erreichen sind.

Die mit Tuffziegeln verkleideten Wände, winkeln zunächst ein Stück weit von der Raumachse ab, um sich dann in einer Gegenbewegung wieder auf sie zuzubewegen.

Sowohl die raumschaffende Bewegung der Wände als auch die machtvolle Bewegung der Decke machen den Chor zum eigentlichen Raumzentrum.

Der Grundriss der Kirche erweist sich insofern als nachkonziliar, da er die Gemeinde auf den Altar hin zu richten vermag. Weil aber dem Altar ein eigener Raum zugewiesen und die Gemeinde deshalb von einer Seite aus in starren Reihen auf den Altar ausgerichtet ist, verliert der Raum die Möglichkeit, die Gemeinde um den Altar zu versammeln.

Die 1990 von Ludwig Schaffrath entworfene künstlerische Verglasung greift die den Raum umgebende Bewegung des Oberlichtbandes auf und fügt ihr eine eigene Dynamik hinzu. Der silbrig-graue Grundton des Lichtbandes wird mittels ungleich breiter, auf einige wenige Farben beschränkter Farbstreifen zu reicher Farbigkeit gebracht.

Das Cruzifix hängt über dem Altar und somit dicht vor dem Raum der Gemeinde. Den Kreuzesstamm schuf 1971 der Frechener Kunstschreiner Wilfried Kuhlmann. Den in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geschaffenen Cruzifixus hat die Pfarrgemeinde im Kunsthandel erworben.

Die Balken des sehr elegant wirkenden lateinischen Kreuzes haben einen achteckigen Querschnitt mit kapitellartigen Endungen. Weil die Balken sehr schlank sind und das Stück über dem Querbalken sehr kurz ist, bleibt der Kreuzesstamm optisch respektvoll im Hintergrund, so dass sich alle Aufmerksamkeit auf den Gekreuzigten konzentriert. 

Der 1977 in der Kirche angebrachte Kreuzweg beginnt im Süden vor dem Tabernakel. Er umfasst 15 statt der üblichen 14 Stationen. Der Bildhauer Josef Wäscher hat dem bronzenen Zyklus noch ein Bild der Auferstehung angefügt. Die Stationen sind auf die Wiedergabe der agierenden Personen beschränkt, auf Andeutungen des Ortes oder der Architekturen ist verzichtet worden. Lediglich die Sedile, auf der Pontius Pilatus sein Urteil spricht, und die Grabhöhle, in die der Leichnam Jesu von Josef von Arimathäa gelegt worden ist, sowie der leere Sarkophag als Zeichen für die Auferweckung sind knapp angedeutet.

Die o.a. Texte wurden zu großen Teilen auf der Basis der Festschrift "75 Jahre Katholische Kirchengemeinde St. Marien" erstellt.

Link: https://www.franziskus.koeln/kirchen/heilig-geist-kirche/